Das
Wort Piercing stammt vom englischen „to pierce“ ab, was soviel
wie durchbohren oder durchstechen bedeutet. Es bezeichnet eine Form
der Körpermodifikation, also künstliche Verschönerung
von Körperpartien, bei der Schmuck in Form von Ringen oder
Stäben an den verschiedensten Stellen des menschlichen Körpers
durch die Haut und das darunter liegende Fett- oder Knorpelgewebe
eingefügt werden.
Soweit die Basisinformationen eines jeden Lexikon. Doch was genau ist
medizinisch machbar? Wovon sollte man besser die Finger lassen? Wer
kann piercen und wo? Mit all diesen Fragen und vielen mehr
beschäftigen wir uns ausführlichst in diesem Artikel.
Beginnen wir am Anfang, wo sonst? Alles begann vor 1550 Jahren unter den
großen Pharaonen. Tut-ench-Amun ist auf seiner berühmten
goldenen Sarkophagmaske mit einem geweiteten Ohrläppchenpiercing
zu sehen. Die Ägypter haben diese Kunst des durchstechens fast
ausschließlich im Bereich der Ohren kultiviert. Ganz anderes
dagegen die Hochkulturen im 9000 km entfernten Südamerika. Schon
die Azteken und Maya stachen sich zu bestimmten religiösen
Anlässen diverse Naturmaterialien durch und unter die Haut. Der
berühmte Flog durch das Ohr oder die Unterlippe ist in
Südamerika, Afrika und Asien beheimatet. Aus Indien ist zudem
das aus dem Kamasutra stammende Intimpiercen überliefert.
Warum nimmt man solche Schmerzen in Kauf und dann vielleicht auch nur
temporär?
Nun, das Volk der Mursi empfindet den
Unterlippenteller als Schönheitsideal, ohne den eine Frau nicht
als richtige Frau gilt und nicht heiraten darf. In Thailand und
Malaysia werden den Teilnehmern im
Rahmen einer Götterbeschwörung Spieße, Schwerter,
Eisenstäbe, aber auch alltägliche Haushaltsgegenstände
in Wangen, durch die Nasenwände, die Zunge oder die Haut am
Rücken gestochen. In der westlichen Kultur gilt das Piercing
fast ausschließlich als Schmuckstück. Ein eher kleiner
Kreis nutzt die beim piercen entstehenden Schmerzen um spirituelle
Erfahrungen zu sammeln.
Unter Fakir Musafa entwickelte sich die heute
als Body-Suspension bekannte Körpermodifikation.
Wir sehen also, dass jeder seine eigenen Gründe für ein oder
mehrere Piercings hat. Möglichkeiten diese zu bekommen gibt es
viele. Traditionell bekommt ein Zimmermann während der Walz
mittels Zimmermannsnagel sein Ohrläppchen durchstochen. Wer
diesem Berufsstand nicht angehört, kann natürlich in ein
Piercingstudio gehen.
Doch Studio ist nicht gleich Studio. Bei dem Besuch von verschiedenen
Studios könnt ihr euch genau umschauen. Auf Helligkeit und
Sauberkeit sollte unbedingt geachtet werden. Zur Vorbereitung des
piercens gehört auch ein ausführliches Gespräch über
mögliche Komplikationen, Risiken und die notwendige Nachsorge
dazu. Ist dies erfolgt und ihr habt euch für dieses Studio
entschieden, werdet ihr in ein Karteisystem aufgenommen. Darin wird
die Art und die Stelle des Piercings vermerkt. Ihr werdet auch nach
eurem allgemeinen Gesundheitszustand, Allergien oder sonstigen
Krankheiten befragt. Es ist auch üblich, dass der "Kunde"
eine schriftliche Einverständniserklärung vor dem piercen
abgibt, um den Piercer vor rechtlichen Folgen zu befreien. Denn jeder
Piercingvorgang an sich ist rein rechtlich gesehen eine strafbare
Körperverletzung. Der Gesetzgeber sagt, dass jeder gepierct
werden darf, wenn er das 16. Lebensjahr vollendet hat oder von seinen
Erziehungsberechtigen die Einverständniserklärung und somit
die Erlaubnis bekommt.
Medizinisch gesehen gibt es da aber einige Ausnahmefälle. Menschen mit
Diabetes und jene die in einer Kortisontherapie stecken, sollten auf
ein Piercing verzichten, da der Stichkanal nur sehr schlecht
verheilt. Bei Menschen, die blutverdünnende Medikamente (dazu
gehört auch Aspirin) einnehmen, sollte ebenfalls kein Piercing
gesetzt werden, zumindest nicht ohne dies vorher mit einem Arzt
besprochen zu haben. Jeder der eine operierte Herzklappe oder gar
einen angeborenen Herzfehler hat. sollte das Risiko genauso zuvor
medizinisch abklären. Besonders gefährlich ist da die
Entzündung der Herzinnenwand (Endokarditis). Dies kann eine sehr
gefährliche Erkrankung sein und das Herz zusätzlich
schädigen. Es empfiehlt sich eventuell eine Antibiotikatherapie
als Vorbeugung einer Entzündung.
Dass einem Bluter keine Wunde zugefügt werden sollte, ist klar. Doch
auch bei Erkältungen oder anderen das Immunsystem
beeinträchtigenden Erkrankungen solltet ihr warten, bis diese
abgeheilt sind. Ebenfalls ist bekannt, dass Menschen, die auf Nickel
reagieren, lieber zweimal nein sagen sollten, als einmal ja, denn die
Häufigkeit von Nickelallergien steigt proportional zu der Anzahl
der gestochenen und getragenen Piercings.
Wenn es dann losgeht, achtet darauf, dass der Piercer desinfizierte
Handschuhe trägt und noch verschweißtes oder
wiederverwendbares frisch sterilisiertes Werkzeug verwendet. Auch das
Piercing selber muss vor dem Einsetzen nochmal frisch desinfiziert
werden.
Dann geht alles ganz schnell. Je nach Art des Piercings spürt man
einen kleineren Pieks oder schon einen recht heftigen Schmerz. Das
hängt ganz von eurer Tagesstimmung, der persönlichen
Sensibilität und der durchzustechenden Stelle ab.
Was für ein Piercing soll es denn werden?
Da Piercings in der Gesellschaft und in vielen Berufen nach wie vor
nicht gern gesehen sind, sollte man sich die Stelle also gut
überlegen. Ich werde euch jetzt einfach mal einen Abriss über
die Arten, Materialien und Besonderheiten von Piercings geben.
Fangen wir mit dem Gesicht an. Es bietet mit seinen vielen Hautfalten und
knorpeligen Stellen ideale Möglichkeiten zum durchstechen.
Beginnen wir hierbei mit den Ohren und dem allseits bekannten
Ohrläppchenpiercing an. Dieses ist schon seit mehreren
Jahrhunderten in der westlichen Kultur bekannt.
Der sich an dem oberen Ohrrand befindende Helix ist in den letzten 20
Jahren sehr publik geworden. Wenn man jeweils neben dem Helix ein
Piercing setzt, kann man dieses oft mit einem Barbell-Stab verbinden.
Man nennt das dann Industrial-Piercing. Ihr könnt die Stiche
separat mit 2 Ball Closure Ringen verheilen lassen oder den
Barbell-Stab von vornherein drin lassen. Hierbei empfiehlt sich, bei
dem Wunsch nach größeren Löchern, die Methode des
Punchens (die Haut wird dabei sozusagen "heraus gestanzt").
Dadurch wird das Knorpelgewebe nicht nur beiseite gedrängt,
sondern gänzlich entfernt. So verheilt das Piercing bei guter
Pflege innerhalb von 2-4 Wochen, wohingegen das gestochene Loch bis
zu einem Jahr zum abheilen braucht.
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Die
Querbrücke im oberen Teil der Ohrmuschel nennt man den
Anti-Helix. Auch darin kann man bei ausreichender Ausprägung ein
Piercing stechen. Der Snug und der Conch werden jeweils am mittleren
äußeren Rand des Ohres gesetzt. Ersterer verläuft
parallel zur Ohrkante durch die innere Knorpelauswölbung. Der
Conch hingegen umfässt die Ohrmuschel. Beides lässt sich
gut mit einem Ball Closure Ring tragen.
Am
Knorpelfortsatz über dem Ohrläppchen (Anti-Tragus) kann gut
ein Barbell oder ein Ring angebracht werden. Die Knorpelauswölbung
direkt am Kopf (Tragus-Piercing) kann sich nicht jeder piercen
lassen, da dieses oft nicht groß genug ist. Also unbedingt
beraten lassen! Genauso verhält es sich mit dem Daith-Piercing.
Dieses sticht man in die waagerechte Brücke im mittleren Teil
der Ohrmuschel (Anti-Helix - Rook-Piering) und kann dann nur mit
einem ganz kleinen Ball Closure Ring oder einem 1,2 mm starken
Barbell getragen werden. Die letzten 4 beschriebenen Piercings haben
alle eine Abheilungsdauer von 4-6 Monaten.
Gehen
wir über zur Nase. Diese kann man sich an allen Stellen an denen
der Piercer mit seinem Werkzeug rankommt durchstechen lassen.
Angefangen vom berühmten, aus dem indischen stammenden,
Nasenstecker (Nostril) durch die Nasenwand, über das
Septum-Piercing durch die Nasenscheidewand (auch bekannt als
Bullenring) bis hin zum Bridge-Piercing, welches durch den
Nasenrücken gestochen wird. Das Nostril-Piercing verheilt
innerhalb weniger Wochen, das Septum hingegen braucht etwas länger
(ca. 3-4 Monate), gerade in der Winterzeit, da die Nase ja doch sehr
beansprucht wird. Solange man kein Brillenträger ist, bestehen
beim Bridge-Piercing gute Chancen auf eine Abheilung innerhalb von
2-3 Monaten. Andernfalls kann durch den Sitz der Brille der
Nasenrücken immer wieder aufgerieben werden und sich eine
langwierige Heilungsprozedur entwickeln.
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Einfacher
gestaltet es sich bei den Piercings im Mundraum. Das bekannteste ist
da eindeutig das Labret, also der Unterlippenring. Empfohlen sind
hierbei Kunststoffmaterialien als Piercings, da diese die Zähne
und das Zahnfleisch weniger schädigen. Über der Oberlippe
befindliche Piercings nennt man je nach Position Medusa-Piercing
(Oberlippen-falte) oder Madonna-Piercing (seitlich). Ist letzteres
schon auf der Wange gelegen, nennt man es schlichtweg Wangenpiercing.
Da der menschliche Blick sich im Gesicht oft an den Lippen orientiert
sind diese recht schnell verheilenden Piercings (8-12 Wochen) immer
ein Highlight.
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Doch
was kann man im Mund anbringen? Na klar, das Zungenpiercing. Dieses
wird zumeist mittig senkrecht mit einem Barbell (Stab) durch die
Zunge getragen. Wenn man die ersten 1-2 Wochen nach dem stechen auf
Milchprodukte, Alkohol und Nikotin verzichtet, bestehen gute Chancen
auf eine Abheilung nach nur 1-1,5 Monaten. Desweiteren kann man sich
im Lippen- und Zungenbändchen piercen lassen. Beide sind
unkompliziert zu stechen und verheilen schnell (ca. 4 Wochen). Mit
einem Barbell, Ring oder Hufeisenring ist das auf jeden Fall ein
Erlebnis. Das Frenulum (Lippenbändchenpiercing) braucht ca. 2-3
Wochen und das Frenulum linguae (Zungenbändchenpiercing) nur ca.
4 Wochen zum abheilen, allerdings sollte man auch hier die erste Zeit
auf Alkoholika, Tabak und Milchprodukte verzichten und sich nach dem
essen den Mund mit Spülungen wie Kamillosan desinfizieren.
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Etwas
ganz spezielles ist das Uvula-Piercing, dieses wird mit einem Ball
Closure Ring durch den Gaumen gestochen. Selten sind auch ein
Piercing durch Nasenscheidewand und Nasenwand (Nasallang) und das so
genannte Austin Bar, welches in der Nasenspitze angebracht wird.
Im
Gesicht findet sich natürlich auch das Augenbrauenpiercing.
Dieses gehört zu der Kategorie der Oberflächenpiercing.
Solche können an allen Stellen des Körpers angebracht
werden, an denen ausreichend Haut-, Knorpel- oder Fettgewebe
vorhanden ist und die entweder konvex oder konkav geformt sind.
Einstich- und Austrittskanal liegen damit auf einer Ebene.
Oberfächenpiercings werden zumeist mit speziell gebogenen
Surface-Bars (Barbells, die an den Enden eine 80°-90°-Biegung
in gleicher Richtung besitzen) gestochen. Alternativ werden auch
gerne PTFE-Stäbe verwendet, diese passen sich den Bewegungen an
und üben somit weniger Druck auf die Stichkanäle aus.
Platziert werden Oberflächenpiercings gerne an der Schläfe,
dem Zusammenfluss der Schlüsselbeine (Madison-Piercing), im
Nacken, zwischen den Fingern (Handweb) oder im Nasenrücken
(Bridge-Piercing).
Die
weitverbreiteten Brustwarzen- und Bauchnabelpiercings können von
Mann und Frau getragen werden. Dabei ist es unerheblich in welche
Richtung der Stab oder Ring zeigen soll. Dies hängt allein vom
Geschmack des Trägers ab.
Kommen
wir nun zu den für diese Community vielleicht interessantesten
Piercings: den Intimpiercings. Man versteht darunter alle Durchstiche
durch die primären Geschlechtsteile von Mann und Frau. Aber auch
die sich im näheren Umkreis befindenden Piercings zählen
hierzu.
Unterteilen
wir diese beim Mann in Piercings im und um den Penis und jene im
Bereich der Hoden.
Der
Penis kann an allen Stellen modifiziert werden, zumeist geschieht
dies aber im Bereich der Eichel und der Vorhaut. Sehr bekannt ist der
Prinz Albert welcher durch die Harnröhre in Richtung der unteren
Peniswand gestochen wird. Der Prinz Albert Reserve (auch Queen
Victoria genannt) wird dagegen durch die obere Peniswand gestochen.
Wenn man sich quer unter die Eichel, also parallel zur Hüfte,
piercen lässt nennt man das Ampallang-Piercing. In Kombination
mit dem Apadravya (senkrecht, also von Kopf nach Fuß) hat man
dann ein Magic
Cross.
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Der
Dydoe wird entlang des Eichelrandes und das Oetum-Piercing an der
Vorhaut gesetzt. Es können mehrere davon angebracht werden, je
nachdem wie es euch und eurem Partner gefällt. Durch den
regelmäßigem Kontakt mit Eigenurin verheilen diese
Piercings trotz verhältnismäßig langem Stichkanal
schon innerhalb von 8-12 Wochen und bereiten dabei kaum Beschwerden.
Wenn das Vorhautbändchen es zulässt (Frenulum-Piercing),
kann man auch hier mehrere Piercings hintereinander anbringen lassen.
Im
Bereich des Hoden gibt es 2 Piercing-Kategorien: die Hafada-Piercings
(oberflächliche Piercings, welche auf dem ganzen Hodensack
angebracht werden können) und die Transscrotal-Piercings
(bei denen der Stichkanal von der Vorder- bis zur Rückseite den
gesamten Hodensack durchläuft). Erstere verheilen bei guter
Pflege innerhalb von wenigen Wochen, durch den längeren
Stichkanal brauchen die Transscrotals dagegen ca. 3 Monate zum
abheilen.
Über
dem Penis am Penisansatz kann das Pubic angebracht werden. Es gehört
zu den Oberflächenpiercings und von daher besteht hierbei eine
lange Heilungsphase (min. 3 Monate) und die Möglichkeit des
Herauswachsens.
Das
Pendant dazu ist das Christina-Piercing bei der Frau. Dieses wird
zumeist mit einem Barbell gestochen und befindet sich mit der einen
Kugel noch zwischen den oberen äußeren Schamlippen und der
anderen schon auf dem Venushügel. Mit noch weiterem Stichkanal
ist das Nefertiti-Piercing ausgestattet, auch bekannt als Rageina-Piercing. Es endet zwar wie das
Christina auf dem Venushügel, beginnt aber schon in der
Klitorisvorhaut und wird mit einem sehr langen Barbell gestochen.
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Diese
Module gehören zu den Piercings im äußeren vaginalen
Bereich, so wie auch alle Schamlippenpiercings und das Fouchette (in
der kleinen Hautfalte in der die kleinen Labien am unteren Ende
zusammenlaufen).
Die
Piercings in den inneren vaginalen Bereichen sind u.a. das bekannte
Prinzessin Albertina, welches wie der Prinz Albert durch die
Harnröhrenöffnung zur Vaginalöffnung gestochen wird.
Dieses verheilt in 6-8 Wochen sogar noch schneller als das männliche
Gegenstück. Die Piercings direkt durch die Klitoris (Isabella
waagerecht und Triangel senkrecht) verheilen ebenso schnell. Beliebt
ist auch noch das Klitoris-Vorhautpiercing, dabei kann man ein
Barbell, einen Ring, einen Bullenring, aber auch ein Fake-Plug
einsetzen lassen. Gestochen werden sollte es aber erstmal mit einem
Barbell.
Jetzt
habe ich euch erstmal einen groben Überblick über die
Piercings an sich gegeben. Allerdings gibt es da noch ein
Spezialisierungen.
Dehnen
Zur
Vergrößerung eines Piercings gibt die verschiedensten
Methoden unterschiedlichen Ursprungs. Damit das einfache Dehnen des
Stichkanals gut gelingt, erfordert es etwas Geduld, da das Gewebe
zwischen den einzelnen Schritten immer einige Wochen benötigt,
um sich zu lockern damit es bei der Weitung nicht einreißt.
Nach dem Herausnehmen des Schmuckes bildet sich der gedehnte
Stichkanal jedoch nach einiger Zeit wieder etwas zurück. Also
sollte der Piercingschmuck immer in möglichst der entsprechenden
Größe getragen und nicht lange draußen gelassen
werden.
Das
Einschneiden des Kanals dagegen ist sehr schmerzhaft und bildet sich
nicht einfach wieder zurück, sondern muss durch einen weiteren
chirurgischen Eingriff wieder rückgängig gemacht werden.
Eine
weitere Methode der Körpermodifikation, um größeren
Schmuck tragen zu können, ist das sogenannte Dermal Punching.
Hierbei wird kein Stichkanal vergrößert, sondern ein
entsprechend großes Loch direkt herausgestanzt. Da sich
Knorpelgewebe nur sehr schlecht dehnen lässt, wird diese Methode
in der Ohrmuschel bevorzugt. Zudem verläuft der Heilungsprozess
viel schneller, da weniger Kraft auf den Schmuck und den Wundrand
ausgeübt wird.
Der
Dehnungsstift ist die verbreiteteste Technik um Piercings zu dehnen.
Ein konisch verlaufender Dehnungsstift (Expander) der zuvor mit
Gleitgel bestrichen wird, wird dann vorsichtig in den Stichkanal
eingeführt. Anschließend wird am Ende des Dehnungsstiftes
angesetzt und der Schmuck mit größerem Durchmesser
hinterhergeschoben. Wahlweise kann auch eine kreisförmige
Dehnungssichel benutzt werden.
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Zumeist
sind die Dehnungsstifte aus Edelstahl oder Acryl gefertigt. Ihre
Länge variiert zwischen 5 und 10 mm. Sie definieren sich anhand
des breiteren Endes, der oft mit einer Hohlstelle versehen ist.
Dadurch lässt sich der Schmuck später leichter justieren
und einführen.
Prinzipiell
können die verschiedensten Gegenstände zum Dehnen verwendet
werden, solange sie zuvor gereinigt und desinfiziert wurden. Entweder
handelt es sich dabei um kegelförmige Objekte, die eine glatte
Oberfläche aufweisen oder es werden verschiedene kleinere
Objekte nebeneinander in das Loch geschoben. Bei der privaten Dehnung
von Piercings wird oft mit einfachen Stricknadeln oder Kugelschreiber
begonnen. Hierbei ist besonders auf die Hygiene und unzerkratzte
Materialien zu achten. Das Dehnungsobjekt zuvor mit Gleitmittel wie
Vaseline oder Öl zu versehen, ist auf jeden Fall ratsam.
Bei
der Verwendung von Teflonband wird eine dünne Schicht von
nichtklebendem Teflonband um das zuvor herausgenommene Piercing
gewickelt. Anschließend wird der Schmuck wieder eingesetzt.
Dies wiederholt man solange bis sich das Piercing an den größeren
Durchmesser angepasst hat und das gewünschte Maß erreicht
hat. Das handelsübliche Teflonband ist ca. 0,1 mm dick. Je Monat
kann man ein Loch um 1 mm dehnen, ohne dass dabei Schäden am
Gewebe entstehen. Somit wird alle 6 Tage eine neue Schicht Teflonband
um den Schmuck gewickelt.
Zum
Dehnen kann auch großer, schwerer Piercingschmuck oder andere
schwere Objekte verwendet werden. Diese Methode wird aber eher selten
angewandt, da sie sehr unbequem ist und Piercings zum Wandern neigen
(also z.B. über Nacht rausfallen). Auch führt dies zu einer
dauerhaften Verdünnung des Gewebes. Der Dayak-Stamm in Borneo
praktiziert mit dieser für sie traditionellen Technik eine
extreme Form der Ohrlochvergrößerung.
Mit
Blutungen, Entzündungen oder Vernarbung und somit zukünftig
Schwierigkeiten beim weiteren Dehnen verbunden, ist das Durchdrücken
des Piercingschmuckes durch ein vorhandenes Loch.
Wer
an der Stelle der Dehnung etwas schwächeres Bindegewebe besitzt,
dem kann es passieren, dass sich das Loch durch das einfache Tragen
ausdehnt. Oft passiert dies Piercings mit viel Bewegung bei
regelmäßigem Spielen z.B. mit dem Zungenpiercing. Dadurch
kann dann ohne weitere Prozeduren ein größerer Schmuck
eingesetzt werden.
Um
den Durchmesser eines Stichkanals zu erweitern, kann auch das
Skalpell verwendet werden. Dies wird eigentlich nur gemacht um das
Piercing schnell auf einen größeren Durchmesser zu bringen
und besonders große Fleshtunnel oder Earplugs einsetzen zu
können. Dadurch kann die Position des Piercings bei Bedarf sogar
noch etwas korrigiert werden. Eine besonders schmerzhafte Methode ist
das Eingeschneiden des Gewebes und die anschließende mit
Erweiterung des Stichkanals mit einem Dehnungstift.
Schlußendlich
ist das Dehnen eine rein ästhetische Modifikation, da es eine
größere Auswahl an einsetzbarem duchmesserstärkeren
Piercingschmuck gibt. Sobald das gedehnte Piercing abgeheilt ist,
können auch Materialien wie nicht nickelfreie Metalle und
Naturalien eingesetzt werden. Dann können einfache Ball Closure
Ringe und Barbells in jeweils größeren Materialstärken
und beispielsweise im Septum-Piercing spezielle Septum Tusks (wie
Büffelhörner geformte Piercings, zumeist auch aus
Naturmaterialien) getragen werden.
Implantate
Seit
ungefähr 2 Jahren sind die Microdermals (oder auch "Hautanker",
"Skinplates", "Dermal Anchors" genannt) bekannt
und erleben eine regelrechte Blitzkarriere.
Sie
gehören in die Gruppe der Piercings welche direkt unter die Haut
gesetzt werden. Damit der Schmuck gut einwächst, ist am unteren
Ende eine Titanplatte befestigt, welcher implantiert wird. Darauf
können dann verschiedenste Aufsätze je nach belieben
geschraubt werden. Der Unterschied zu den ähnlich aufgebauten
transdermalen Implantaten ist die Größe (Microdermals sind
etwa 2 mm groß) und das einfachere Einsetzen.
Bei
den Dermal Anchors wird zuerst mit einer Nadel, einem Skalpell oder
einem Biopsie-Punch eine Öffnung in die Haut gemacht. Dann wird
der Schmuck eingesetzt und mit der Platte eine Art Hauttasche
geformt. Der Vorgang des Einsetzens wird zumeist gut vertragen und
bereitet keine großen Schmerzen. Mit einer die Wunde wenig
belastenden aufgesetzten Scheibe kann dann der Heilungsprozess
beginnen.
Durch
ungünstige Platzierung (an Stellen mit wenig Gewebe rundrum)
kann das Piercing herauswachsen. Wenn man dieses Piercing irgendwann
wieder bewußt entfernen möchte, sollte man das von einem
Fachmann machen lassen. Es wird dann erneut ein Schnitt gesetzt, um
die Platte herausnehmen zu können. Leider bleibt dabei eine
kleine Narbe zurück.
Body-Suspension
Historisch
lässt sich diese Modifikation auf das alte indianische Ritual
des Sonnentanzes zurückführen. Body-Suspension bezeichnet
eine Form der Körperveränderung, bei der eine Person
zeitweise an Piercings, zumeist in der Form von Haken, aufgehängt
wird. Je nachdem wo die Haken befestigt sind, wird zwischen
verschiedenen Formen der Suspension unterschieden. Grundsätzlich
differenziert man zwischen horizontalen und vertikalen
„Aufhängungen“:
Vertikale
Suspensions
Bei
der Suicide-Suspension werden die Haken im oberen Bereich des Rückens
in der Nähe der Schulterblätter gestochen. Normalerweise
werden dabei 4 - 6 Haken verwendet. Es ist die am häufigsten
praktizierte Form der Suspension und wird vor allem von Anfängern
gewählt, da relativ wenige Haken ausreichend sind um den Körper
aufzuhängen und ihm dabei dennoch viel Bewegungsfreiheit lässt.
Dazu kann man die Arme in Position einer Kreuzigung mit Haken
hochhalten, dann spricht man von einer Crucifix Suspension.
Eine
belastendere Aufhängung als die eben genannte, ist die
Chest-Suspension, da die Haut im oberen Brustbereich (an der die
Haken gesetzt werden) vergleichsweise dünn ist. Hierbei ist
größte Sorgfalt auf eine gleichmäßige Atmung zu
legen, da es zu erschwertem Heben und Senken des Brustkorbes kommen
kann und damit zu Atemproblemen. Die irreführende Bezeichnung
„O-Kee-Pa“ basiert auf einem mehrtägigem Ritual der
Mandan-Indianer, also deutlich mehr als "nur" eine Chest
Suspension.
Bei
der Knee-Suspension hängt man kopfüber und ist mit Haken
seitlich an den Knien befestigt. Ein längeres Hängen
gestaltet sich aber etwas schwierig, da man ja schließlich mit
dem Kopf nach unten baumelt.
Der
klassischen Sitzhaltung des Yoga, dem Lotus-Sitz, ist die
Lotus-Suspension nachempfunden. Die Haken werden dabei am Rücken
und an den Beinen platziert. Die Gewichtsbelastung verteilt sich dann
gleichmäßig auf diese beiden Punkte.
Horizontale
Suspensions
Die
Coma-Suspension wird mit Setzung der Haken vom Oberkörper bis zu
den Schienbeinen durch die Haut auf der Vorderseite des Körpers
durchgeführt. Die Person hängt also horizontal mit dem
Gesicht nach oben.
Bei
der Superman-Suspension werden die Haken wie bei der Coma-Suspension
angebracht, allerdings auf der Rückseite des Körpers und in
gekrümmter Körperhaltung, da die Haken an Brustkorb und
Bauch befestigt sind, so dass die Beine und der Kopf nach unten
zeigen. Wie bei einer Pietà hängt der Körper
wie bei dem des toten Jesus Christi. Lässt man den so
Aufgehängten über Leute schweben, erweckt dies den Eindruck
eines fliegenden Menschen, quasi Superman.
Vorgang
Um
den Vorgang einfacher und schmerzärmer zu gestalten, werden die
Haken zumeist mit Gleitgel eingeführt. Nachdem diese durch die
Haut gestochen wurden, werden die Haken an Seilen befestigt und dann
an einem so genannten Suspension-Bar (Balken oder Rahmen mit zuvor
eingeschraubten Befestigungen) verknotet, um die Zugkraft der
verschiedenen Haken auszubalancieren. Anfangs wird mit einem
Flaschenzug etwas Spannung auf die Seile ausgeübt bis diese
straff gespannt sind, anschließend wird die Person langsam
hinaufgezogen. Als unangenehmster Zeitpunkt gilt der Übergang
zwischen dem festen Stand und dem freien Hängen. Je nach
persönlicher Belastbarkeit, Motivation und Körperstelle
entscheidet sich die Dauer des freischwebenden Hängens.
Vor
dem Entfernen der Haken werden die Wunden zunächst von
eventuellen Blutgerinseln befreit. Um unter der Haut angesammelte
Luft zu entfernen und die Muskulatur zu lockern, werden die
Einstichkanäle vor der Wundversorgung ausgiebig massiert.
Haken
Die
verwendeten Haken stammen oft aus der Hochseefischerrei. Diese sind
um einiges größer als die üblichen Angelhaken und
somit belastbarer. Sie haben zumeist Größen von 4-5 mm
Materialstärke und sind ca. 10 cm lang. Allerdings wird an
diesen vor dem Einsatz am menschlichen Körper der Widerhaken
entfernt. Man kann sich beim Metallbauer oder Schmied aber auch Haken
nach eigener Vorstellung anfertigen lassen, so z.B. mit einer
Sicherung die den Körper vor dem Herausrutschen bewahren kann.
Über
die optimale Anzahl der verwendeten Haken existieren unterschiedliche
Ansichten. Erhöhter Blutverlust beim Stechen und eine größere
Infektionsgefahr stehen eindeutig gegen eine Nutzung von vielen
Haken. Indessen wird dabei das Gewicht besser verteilt, dadurch ist
die Gefahr eines Ausreißens des Bindegewebes reduzierter und es
zeigt den positiven Aspekt besser.
Risiken
Bei
allen Piercings kann es bei unzureichenden Hygienemaßnahmen
schnell zu Infektionen und Krankheitsübertragungen kommen, so
auch hierbei. Kreislaufprobleme bis hin zur Besinnungslosigkeit
können während des Hängens auftreten. Trotz hoher
Belastbarkeit des Gewebes kann es – infolge falscher Platzierung
der Haken, unzureichender Hakenstärke oder schwachem Bindegewebe
– ausreißen. Eine Suspension stellt eine große
Anstrengung für den Körper dar. Häufig kommt es danach
zu Rückenschmerzen. Besonders bei Personen mit Rückenproblemen
sind langfristige Schäden nicht ausgeschlossen.
Schmerzen
Durch
psychische Vorbereitung, Entspannung und einen Dämmerzustand
kann der Schmerz bei einer Suspension bewusst gesteuert und minimiert
werden. Das Gefühl beim Durchstechen der Haut ähnelt dem
eines gewöhnlichen Piercings, wobei jedoch weitaus mehr Druck
ausgeübt wird, da es sich hierbei ja um viel stärkere
Piercings handelt. Auf Grund der erzeugten Spannung beim Hochziehen
entsteht ein brennendes Gefühl. Als bei weitem erträglicher
und relativ konstant werden die Schmerzen während des Hängens
beschrieben. Dahingegen kann das Herausdrücken der angesammelten
Luft aus dem Stichkanal bei der anschließenden Massage als sehr
unangenehm wahrgenommen werden. Oft kommt es zudem zu einem starken
Muskelkater.
Motivation
Wie
bei allen Piercings kann die Durchführung einer Suspension auf
den unterschiedlichsten Beweggründen beruhen. Für den Einen
ist es eine Herausforderung, für den Anderen schlichtweg ein
Kick, da es dabei zu erhöhter Adrenalinausschüttung kommen
kann. Zumeist handelt es sich bei einer Suspension um eine Art Mut-
und Belastbarkeitsprobe des eigenen Körper und Geistes. Durch
einen meditativen Zustand gelangen viele Menschen während des
Hängens zu einer eingehenden Bewusstseinserweiterung. Das Gefühl
des freien Schwebens dürfte ein zusätzlicher Beweggrund
sein.
Play-Piercings
In
diesem Fall werden Nadeln (Akupunkturnadeln oder dünne
Braunülen) oft auch durchgezogene Piercings am Körper des
Bottom gesetzt, die nach dem Ende des Spiels wieder entfernt werden.
Oft werden an den so mit dem Körper verbundenen Piercings (meist
Ringe) dünne Kettchen oder Fäden befestigt, um diese
miteinander zu verbinden. Dadurch entstehen auch die bekannten
Korsett-Piercings. Erfahrungsgemäß geschieht diese
Modifizierung im Rahmen einer Bondage-Session um den Körper dann
in einer definierten Haltung zu fixieren. Das Verletzungsrisiko ist
durch ein mögliches ungewolltes Ausreißen der Piercings
ziemlich hoch.
Eine
erweiterte Spielart ist das Befestigen von leichten Gewichten an
Körperpiercings, dadurch werden die Bewegungen des gepiercten
Bottoms in Schmerzreize umgesetzt.
Motivation
Die
Motivation zur Durchführung von Play-Piercings kann neben
Fetischismus auch in der erhöhten Adrenalinausschüttung
oder der entsprechenden Körpererfahrung begründet sein.
Auch aus ästhetischen Gründen werden Play-Piercings häufig
gestochen, beispielsweise im Rahmen von Foto-Shootings.
Anordnung
Je
nachdem, wie mehrere Piercings miteinander kombiniert oder angeordnet
sind, redet man von einem Orbital oder einem Venom-Piercing. Orbitals
sind 2 Piercings verbunden mit einem Ring. So kann beispielsweise ein
Ring durch zwei gegenüberliegende Schamlippenpiercings geführt
werden. Auch das Industrial-Piercing (2 Stichkanäle verbunden
mit einem Barbell) sowie der Nasallang, der durch beide Nasenflügel
und die Nasenscheidewand führt, zählen zu den
Orbital-Piercings. Verlaufen Piercings symmetrisch z.B. entlang des
Ohrrandes, in der Zunge, Lippe oder der Labien, handelt es sich um
Venom-Piercings.
Formen
| Form |
Beschreibung
|
Verwendung
|
Barbell:
|
Stab mit 2
abschraubbaren Enden, welche oft mit bunten Acrylkugeln oder -spikes verziert sind; variabel in Länge und Stärke
|
Ohr, Nase, Brust, Intim |
| Curved-Barbell: |
leichte Biegung des
Stabes; Material ist dabei oft PTFE oder diverse Metalle |
Augenbraue, Intim, Ohr, Nasenrücken, Oberflächen |
| Surface-Barbell: |
80°-90° Biegung des Stabes
in gleicher Richtung, erhältlich in PTFE und
diversen Metallen |
Oberflächen |
| Circular Barbell: |
ein in Hufeisenform
gebogener Stab mit an den Enden auswechsel baren
Kugeln oder Ähnlichem |
Ohr, Nase, Mundraum, Intim, Bauchnabel, Brustwarzen, Oberflächen |
| Spiralen/Twister: |
spiralförmig gebogene Stäbe;
Endstücke sind zumeist Kugeln mit Logos oder
Schmucksteinen verziert |
Ohr, Bauchnabel, Augenbrauen |
| Bananabell: |
gebogener Stab,
meist mit unterschiedlich großen Enden, oft verziert mit Modeschmuck, Acryl-Enden oder hängendem Klimbim |
Ohr, Bauchnabel, Augenbraue |
Labret:
|
Stab mit
Kugel und flachen, tellerförmigen Ende; empfohlen wird Kunststoff, da es die Zähne und das Zahnfleisch
nicht so schädigt |
Mundraum, Ohrmuschel |
| Nasenstecker: |
ebenfalls ein Stab,
aber mit gebogenem Ende für besseren Halt in der Nase; verziert mit kleinen Figuren oder Schmucksteinen |
Nasenscheidewand |
Plug:
|
Piercingstück,
das in gedehnte Ohrlöcher eingesetzt werden kann, dabei gibt es keine Größenbeschränkungen |
Ohrläppchen |
Fleshtunnel:
|
ist ein Plug
gestaltet als hohle Röhre, auch bekannt als „Fleischtunnel“ |
Ohr, Intim |
| Expander: |
ist ein
länglicher Kegel, der zur Dehnung genutzt wird; erhältlich in vielen Materialien, Größen und Farben |
Ohr, Intim, Nase, Zunge, Brustwarzen |
Taper:
|
in der
Basis ein Expander, allerdings in vielfältigeren Formen, z.B. als gedrehte Spirale, Buffallo oder Tribal;
erhältlich in allen Materialien
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Ohr, Brust, Nase |
| Fakepiercings: |
sehen aus wie ein
Plugs, Expander oder Taper, sind aber effektiv nur Ohrringe mit einem schmalen, kurzen Stab zwischen den
abgeflachten Dekoenden |
Ohr, Intim |
Retainer:
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Platzhalter,
dienen der Offenhaltung von Piercingkanälen, sind nahezu unsichtbar; da
aus PTFE; in allen Formen erhältlich
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überall, wo ein Stichkanal offen gehalten werden soll |
Materialien
Chirurgenstahl:
auch
Edelstahl genannt; meist verbreitetster Piercingstahl, auf Grund des
10-14%igen Nickelanteils darf es aber nur als Zweit- einsatz
verwendet werden
Chirurgenstahl
(L316):
hat
einen nur 5%igen Nickelanteil, darf auch nur als Zweiteinsatz
verwendet werden
Titan:
als
Ersteinsatz gesetzlich vorgeschrieben; ist antiallergisch, im
Vergleich zu anderen Metallen sehr leicht; gut einfärbbar
Blackline:
Sonderform
des Titan, schwarze dünne beständige Titanschicht wird dem
Titangrund überzogen; sehr widerstandsfähig, erzeugt im
Körper kaum Reibungen, keine allergische Reaktionen bekannt, als
Ersteinsatz verwendbar, möglichst nicht an Stellen mit Kontakt
zu anderen Piercings oder harten Körperstellen benutzen, da
sonst der Überzug abplatzen könnte
Implantanium:
europäische
Alternative zu Edelstahl, weniger als 0,05% Nickel; sehr teuer; nur
mäßige Qualität und begrenzte Schmuckauswahl, somit
selten in der Anwendung
Niob:
hat
ähnliche Eigenschaften wie Titan, jedoch schwerer; sollte aus
min. 99,9% Niob bestehen, ansonsten Allergiegefahr, ist gesetzlich
als Ersteinsatz erlaubt, kann dauerhaft eingefärbt werden; durch
schwere Verarbeitung teuer und daher selten in der Anwendung
Silber:
Edelmetall,
stellenweise einfärbbar, oft Auslöser für
Nickelallergien, nicht in frischen oder wunden Piercings verwendbar,
dadurch Nickelabgabe irreparable Hautverfärbungen entstehen
Bronze:
Legierung
aus 90%Kupfer und 10% Zinn, kann Arsen enthalten; oft in
indonesischem Kulturschmuck und in großen Piercings als
Gewichte; Gefahr der Grünfärbung, daher nicht in offenen
Stichkanälen verwenden
Gold:
Edelmetall,
dessen Reinheit nicht unter 58% haben, ideal sind min. 75%, weich und
kratzempfindlich, dies kann zu Hautirri- tationen führen, Gold
als Zungenpiercing ist nicht zu empfehlen
Zirkongold:
Alternative
zu Gold; in der Legierung ist Zirkoniumnitrat und Gold enthalten;
hautverträglich, selten verfärbend, preiswerter als Gold
und widerstandsfähiger
Glas:
besonders
körperverträglich und komfortabel zu tragen, bei
schlechter Qualität Gefahr des Zersplittern und von
Verletzungen
Kunststoff:
häufige
Verwendung als Erstmaterial, selten allergieauslösend, durch
minimale Poren häufige gründliche Reinigung notwendig
PTFE:
auch
Teflon genannt, biologisch verträglich, antiallergisch, leicht
und biegsam, hohe Elastizität, nicht magnetisch, sehr stabil,
auf Röntgenbildern nicht sichtbar, Verwendung z.B. als
Platzhalter bei Operationen, bei denen normaler Schmuck entfernt
werden muss
Acryl:
auch
Plexiglas genannt, ist transparenter Kunststoff, meist für Plugs
und Expander verwendet, oft auch als Endstücken in Form von
Kugeln und Spikes; splitteranfällig bei zu starker Belastung, da
es sehr starres Material ist; gründliche Reinigung nötig,
da sich Bakterien in Kleinstporen ansammeln
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